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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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für eine leidende und verarmte Gattung Mensch: einevolle Kraft will schaffen, leiden, untergehn: ihr ist daschristliche Mucker-Heil eine schlechte Musik undhieratische Gebärden ein Verdruss.

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Wir haben das christliche Ideal wieder hergestellt:es bleibt übrig, seinen Werth zu bestimmen:

1) Welche Werthe werden durch dasselbe negirt?Was enthält das Gegensatz-Ideal? Stolz, Pathos derDistanz, die grosse Verantwortung, den Übermuth, dieprachtvolle Animalität, die kriegerischen und eroberungs-lustigen Instincte, die Vergöttlichung der Leidenschaft, derRache, der List, des Zorns, der Wollust, des Abenteuers,der Erkenntniss; das vornehme Ideal wird negirt:Schönheit, Weisheit, Macht, Pracht und Gefährlichkeitdes Typus Mensch: der Zielsetzende, derzukünftigeMensch ( hier ergiebt sich die Christlichkeit als Schluss-folgerung des Judenthums).

2 ) Ist es realisirbar?Ja, doch klimatisch bedingt,ähnlich wie das indische. Beiden fehlt die Arbeit. Eslöst heraus aus Volk, Staat, Cultur-Gemeinschaft, Gerichts-barkeit, es lehnt den Unterricht, das Wissen, die Erziehungzu guten Manieren, den Erwerb, den ILandel ab . . eslöst Alles ab, was den Nutzen und Werth des Menschenausmacht ' es schliesst ihn durch eine Gefühls-Idiosyn-krasie ab. Unpolitisch, antinational, weder aggressiv,noch defensiv, nur möglich innerhalb des festgeord-netsten Staats- und Gesellschaftslebens, welches dieseheiligen Parasiten auf allgemeine Unkosten wuchernlässt . . .