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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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die Erde hat nicht angefangen, fruchtbar zu sein ohneArbeit; die Weiber gebären nicht ohne Schmerzen Kinder;die Krankheit hat nicht aufgehört; die Gläubigsten be-finden sich hier so schlecht wie die Ungläubigsten. Nurdass der Mensch vom Tode und von der Sünde be-freit ist Behauptungen, die keine Controle zulassen, das hat die Kirche umso bestimmter behauptet.Erist frei von Sünde nicht durch sein Thun, nicht durcheinen rigorosen Kampf seinerseits, sondern durch dieThat der Erlösung freigekauft folglich vollkommen,unschuldig, paradiesisch . . .

Das wahre Leben nur ein Glaube (d. h. ein Selbst-betrug, ein Irrsinn). Das ganze ringende, kämpfende,wirkliche Dasein voll Glanz und Finsterniss nur einschlechtes, falsches Dasein: von ihm erlöst werden istdie Aufgabe.

Der Mensch unschuldig, müssig, unsterblich, glück-lich diese Conception derhöchsten Wünschbarkeitist vor Allem zu kritisiren. Warum ist die Schuld, dieArbeit, der Tod, das Leiden (und, christlich geredet, dieErkenntniss . . .) wider die höchste Wünschbarkeit? Die faulen christlichen BegriffeSeligkeit,Unschuld.Unsterblichkeit

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Der höhere Mensch unterscheidet sich von demniederen in Hinsicht auf die Furchtlosigkeit und dieHerausforderung des Unglücks: es ist ein Zeichen vonRückgang, wenn eudämonistische Werthmaasse alsoberste zu gelten anfangen ( physiologische Ermüdung,Willens-Verarmung). Das Christenthum mit seinerPerspective aufSeligkeit ist eine typische Denkweise