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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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B. In anderem Betracht ist es nicht nöthig, sondernextrem schädlich, wirkt aber anziehend und verführend,weil es dem morbiden Charakter ganzer Schichten,ganzer Typen der jetzigen Menschheit entspricht . . .sie geben ihrem Hange nach, indem sie christlich aspiriren die däcadents aller Art

Man hat hier zwischen A. und B. streng zu scheiden.Im Fall A. ist Christenthum ein Heilmittel, mindestensein Bändigungsmittel ( um damit unter Umständen krankzu machen: was nützlich sein kann, um die Wüstheit undRoheit zu brechen). Im Fall B. ist es ein Symptomder Krankheit selbst, vermehrt die decadence; hierwirkt es einem corroborirenden System der Behand-lung entgegen, hier ist es der Kranken - Instinct gegenDas, was ihm heilsam ist

141.

Gott schuf den Menschen glücklich, müssig, un-schuldig und unsterblich: unser wirkliches Leben ist einfalsches, abgefallenes, sündhaftes Dasein, eine Straf-Existenz . . . Das Leiden, der Kampf, die Arbeit, derTod werden als Einwände und Fragezeichen gegen dasLeben abgeschätzt, als etwas Unnatürliches, Etwas, dasnicht dauern soll; gegen das man Heilmittel brauchtund hat! ...

Die Menschheit hat von Adam an bis jetzt sich ineinem unnormalen Zustande befunden: Gott selbst hatseinen Sohn für die Schuld Adams hergegeben, um diesemunnormalen Zustande ein Ende zu machen: der natür-liche Charakter des Lebens ist ein Fluch; Christus giebtDem, der an ihn glaubt, den Normal-Zustand zurück: ermacht ihn glücklich, müssig und unschuldig. Aber