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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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vollen Querkopf verantwortlich machen muss. Dasvorbildliche Leben besteht in der Liebe und Demuth;in der Herzens-Fülle, welche auch den Niedrigsten nichtausschliesst, in der förmlichen Verzichtleistung auf dasRecht-behalten-wollen, auf Vertheidigung, auf Sieg imSinne des persönlichen Triumphes, im Glauben an dieSeligkeit hier, auf Erden, trotz Noth, Widerstand undTod; in der Versöhnlichkeit, in der Abwesenheit desZornes, der Verachtung; nicht belohnt werden wollen;Niemandem sich verbunden haben; die geistlich-geistigsteHerrenlosigkeit; ein sehr stolzes Leben unter dem Willenzum armen und dienenden Leben.

Nachdem die Kirche die ganze christliche Praxissich hatte nehmen lassen und ganz eigentlich das Lebenim Staate, jene Art Leben, welche Jesus bekämpft undverurtheilt hatte, sanctionirt hatte, musste sie den Sinndes Christenthums irgendwo anders hin legen: in denGlauben an unglaubwürdige Dinge, in das Ceremoniellvon Gebeten, Anbetung, Festen u. s. w. Der BegriffSünde,Vergebung,Strafe,Belohnung Allesganz unbeträchtlich und fast ausgeschlossen vom erstenChristenthum, kommt jetzt in den Vordergrund.

Ein schauderhafter Mischmasch von griechischerPhilosophie und Judenthum; der Asketismus; das bestän-dige Richten und Verurtheilen; die Rangordnung u. s. w.

132.

Zur Geschichte des Christenthums. Fort-währende Veränderung des Milieus: die christliche Lehreverändert damit fortwährend ihr Schwergewicht . . .Die Begünstigung der Niederen und kleinen Leute ...Die Entwicklung der caritas . . . Der TypusChrist