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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
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drücken und schüchterne, linkische Gebärden mit einemunsinnigen Selbstgefühl verbinden.

Das neue Testament ist das Evangelium einer gänz-lich unvornehmen Art Mensch; ihr Anspruch, mehrWerth zu haben, ja allen Werth zu haben, hat in derThat etwas Empörendes, auch heute noch.

128.

Das Christenthum nimmt den Kampf nur auf, derschon gegen das classische Ideal, gegen die vornehmeReligion bestand.

Thatsächlich ist diese ganze Umbildung eine Über-setzung in die Bedürfnisse und das Verständniss-Niveauder damaligen religiösen Masse: jener Masse, welchean Isis, Mithras, Dionysos, diegrosse Mutter glaubteund welche von einer Religion verlangte: 1) die Jenseits-Hoffnung, 2) die blutige Phantasmagorie des Opferthiers(das Mysterium), 3) die erlösende That, die heiligeLegende, 4) den Asketismus, die Weltverneinung, dieabergläubischeReinigung, 5) eine Hierarchie, eineForm der Gemeindebildung. Kurz: das Christenthumpasst sich an das schon bestehende überall eingewachseneAnti-Heidenthum an, an die Culte, welche von Epikurbekämpft worden sind . . . genauer, an die Religionender niederen Masse, der Frauen, der Sclaven, dernicht-vornehmen Stände.

Wir haben also als Missverständniss:

1) die Unsterblichkeit der Person;

2) die angebliche andere Welt;

3) die Absurdität des Strafbegriffs und Sühnebegriffsim Centrum der Daseins-Interpretation;