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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Die psychologische Voraussetzung: die Un-

wissenheit und Uncultur, die Ignoranz, die jedeScham verlernt hat: man denke sich diese unverschämtenHeiligen mitten in Athen;

: der jüdische Auserwählten-Instinct: sie

nehmen alle Tugenden ohne Weiteres für sich inAnspruch und rechnen den Rest der Welt als ihrenGegensatz; tiefes Zeichen der Gemeinheit der Seele;

: der vollkommene Mangel an wirklichenZielen, an wirklichen Aufgaben, zu denen man andereTugenden als die der Muckerei braucht, der Staatnahm ihnen diese Arbeit ab: das unverschämte Volkthat trotzdem, als ob sie ihn nicht nöthig hätten.

So ihr nicht werdet wie die Kinder: oh wiefern wir von dieser psychologischen Naivetät sind!

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Man lese einmal das neue Testament als Ver-führungs-Buch: die Tugend wird in Beschlag ge-nommen, im Instinct, dass man mit ihr die öffentlicheMeinung für sich einnimmt, und zwar die aller-bescheidenste Tugend, welche das ideale Heerdenschafanerkennt und Nichts weiter (den Schafhirten eingerech-net): eine kleine, zärtliche, wohlwollende, hülfreicheund schwärmerisch-vergnügte Art Tugend, welche nachAussen hin absolut anspruchslos ist, welchedie Weltgegen sich abgrenzt. Der unsinnigste Dünkel, alsob sich das Schicksal der Menschheit dergestalt um siedrehe, dass die Gemeinde auf der einen Seite dasRechte und die Welt auf der andern Seite das Falsche,