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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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ist, empfinden: dass man ihnen diese Lehre als Gegensatz-Lehre gegen die Weisheit der Welt, gegen die Machtder Welt darstellt, das verführt zu ihr. Sie überredet dieAusgestossenen und Schlechtweggekommenen aller Art;sie verspricht die Seligkeit, den Vorzug, das Privilegiumden Unscheinbarsten und Demüthigsten; sie fanatisirt diearmen kleinen thörichten Köpfe zu einem unsinnigenDünkel, wie als ob sie der Sinn und das Salz der Erdewären.

Das Alles, nochmals gesagt, kann man nicht tiefgenug verachten: wir ersparen uns die Kritik, derLehre; es genügt, die Mittel anzusehn, deren sie sichbedient, um zu wissen, womit man es zu thun hat. Sieaccordirte mit der Tugend, sie nahm die ganze Fasci-nations-Kraft der Tugend schamlos für sich alleinin Anspruch ... sie accordirte mit der Macht des Para-doxen, mit dem Bedürfniss alter Civilisationen nach Pfefferund Widersinn; sie verblüffte, sie empörte, sie reizte aufzur Verfolgung und zur Misshandlung.

Es ist genau dieselbe Art durchdachter Nichts-würdigkeit, mit der die jüdische Priesterschaft ihreMacht festgestellt hat und die jüdische Kirche geschaffenworden ist . . .

Man soll unterscheiden: i) jene Wärme der Leiden-schaftLiebe (auf dem Untergrund einer hitzigen Sinn-lichkeit ruhend); 2) das absolut Unvornehme desChristenthums: die beständige Übertreibung, die Ge-schwätzigkeit; den Mangel an kühler Geistigkeit undIronie; das Unmilitärische in allen Instincten; daspriesterliche Vorurtheil gegen den männlichen Stolz, dieSinnlichkeit, die Wissenschaften, die Künste.