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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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selbst. Das Christenthum hat alle Art Krankheitenmorbider Böden in sich aufgenommen: man könnte ihmeinzig zum Vorwurf machen, dass es sich gegen keineAnsteckung zu wehren wusste. Aber eben Das ist seinWesen: Christenthum ist ein Typus der decadence.

in.

Heidnisch christlich. Heidnisch ist dasJasagen zum Natürlichen, das Unschuldsgefiihl im Natür-lichen,die Natürlichkeit. Christlich ist das Neinsagenzum Natürlichen, das Unwürdigkeits - Gefühl im Natür-lichen, die Widernatürlichkeit.

Unschuldig ist z. B. Petronius: ein Christ hat imVergleich mit diesem Glücklichen ein für alle Mal dieUnschuld verloren. Da aber zuletzt auch der christ-liche status bloss ein Naturzustand sein muss, sich abernicht als solchen begreifen darf, so bedeutetchristlicheine zum Princip erhobene Falschmünzerei der psycho-logischen Interpretation . . .

I 12.

Die Unwissenheit in psychologies der Christ hatkein Nervensystem; die Verachtung und das willkür-liche Wegsehen-wollen von den Forderungen des Leibes,von der Entdeckung des Leibes; die Voraussetzung,dass es so der höheren Natur des Menschen gemäss sei,dass es der Seele nothwendig zu Gute komme;die grundsätzliche Reduction aller Gesammt - Gefühledes Leibes auf moralische Werthe; die Krankheit selbstbedingt gedacht durch die Moral, etwa als Strafe oderals Prüfung oder auch als Heils-Zustand, in dem der