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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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109.

Diese nihilistische Religion sucht sich die decadence-Elemente und Verwandtes im Alterthum zusammen;nämlich:

a) die Partei der Schwachen und Missrathenen(den Ausschuss der antiken Welt: Das, was sie amkräftigsten von sich stiess . . . );

b) die Partei der Vermoralisirten und Antiheid-nischen;

c) die Partei der Politisch-Ermüdeten und In-differenten (blasirte Römer . . . ), der Entnationa-lisirten, denen eine Leere geblieben war;

d) die Partei Derer, die sich satt haben, die gern aneiner unterirdischen Verschwörung mitarbeiten

110.

Das christlich-jüdische Leben: hier überwog nichtdas Ressentiment. Erst die grossen Verfolgungen mögendie Leidenschaft dergestalt herausgetrieben haben so-wohl die Gluth der Liebe, als die des Hasses.

Wenn man für seinen Glauben seine Liebsten ge-opfert sieht, dann wird man aggressiv; man verdanktden Sieg des Christenthums seinen Verfolgern.

Die Asketik im Christenthum ist nicht specifisch:das hat Schopenhauer missverstanden: sie wächst nur indas Christenthum hinein: überall dort, wo es auch ohneChristenthum Asketik giebt.

Das hypochondrische Christenthum, die Gewissens-Thierquälerei und Folterung ist insgleichen nur einemgewissen Boden zugehörig, auf dem christliche WertheWurzel geschlagen haben: es ist nicht das Christenthum

Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Wille zur Macht. g