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Christenthum verdankt wird, nicht seinem Urheber zu-geschrieben werden dürfte, sondern eben dem fertigenGebilde, dem Ganzen, der Kirche u. s. w. Der Begriff„Urheber“ ist so vieldeutig, dass er selbst die blosseGelegenheits-Ursache für eine Bewegung bedeuten kann:man hat die Gestalt des Gründers in dem Maasse ver-grössert, als die Kirche wuchs; aber eben diese Optikder Verehrung- erlaubt den Schluss, dass irgend wanndieser Gründer etwas sehr Unsicheres und Unfestgestellteswar, — am Anfang . . . Man denke, mit welcher Frei-heit Paulus das Personal-Problem Jesus behandelt, bei-nahe escamotirt —: Jemand, der gestorben ist, den mannach seinem Tode wieder gesehen hat, Jemand, der vonden Juden zum Tode überantwortet wurde . . . Ein blosses„Motiv“: die Musik macht er dann dazu . . .
IOI.
Auch die Christen haben es gemacht wie die Judenund Das, was sie als Existenzbedingung und Neuerungempfanden, ihrem Meister in den Mund gelegt und seinLeben damit incrustirt. Insgleichen haben sie die ganzeSpruch Weisheit ihm zurückgegeben —: kurz, ihr that-sächliches Leben und Leiden als einen Gehorsam dar-gestellt und dadurch für ihre Propaganda geheiligt.
Woran Alles hängt, das ergiebt sich bei Paulus: esist wenig. Das Andere ist die Ausgestaltung einesTypus von Heiligen, aus Dem, was ihnen als heilig galt.
Die ganze „Wunderlehre“, eingerechnet die Auf-erstehung, ist eine Consequenz der Selbstverherrlichungder .Gemeinde, welche Das, was sie sich selber zutraute,in höherem Grade ihrem Meister zutraute (resp. aus ihmihre Kraft ableitete . . . ).