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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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satz scharf von sich abzuheben, nicht auf dieWerke,sondern dieGesinnung den Werth legte . . .

Im Grunde handelte es sich wieder darum, einebestimmte Art von Seele durchzusetzen: gleichsamein Volks-Aufstand innerhalb eines priesterlichenVolkes, eine pietistische Bewegung von Unten (Sünder,Zöllner, Weiber, Kranke). Jesus von Nazareth war dasZeichen, an dem sie sich erkannten. Und wieder, um ansich glauben zu können, brauchen sie eine theologischeTransfiguration: nichts Geringeres alsder Sohn

Gottes thut ihnen noth, um sich Glauben zu schaffen . . .Und g-enau so, wie die Priesterschaft die ganze GeschichteIsraels verfälscht hatte, so wurde nochmals der Versuchgemacht, überhaupt die Geschichte der Menschheit hierumzufälschen, damit das Christenthum als sein car-dinalstes Ereigniss erscheinen könne. Diese Bewegungkonnte nur auf dem Boden des Judenthums entstehen:dessen Hauptthat war, Schuld und Unglück zu ver-flechten und alle Schuld auf Schuld an Gott zu redu-ciren: davon ist das Christenthum die zweite Potenz.

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Die Gläubigen sind sich bewusst, dem ChristenthumUnendliches zu verdanken, und schliessen folglich, dassdessen Urheber eine Personnage ersten Ranges sei . . .Dieser Schluss ist falsch, aber es ist der typische Schlussder Verehrenden. Objectiv angesehn, wäre möglich,erstens, dass sie sich irrten über den Werth Dessen,was sie dem Christenthum verdanken: Überzeugungenbeweisen Nichts für Das, wovon man überzeugt ist, beiReligionen begründen sie eher noch einen Verdacht da-gegen ... Es wäre zweitens möglich, dass, was dem