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Setzung des priesterlichen Kanons ist, willkürlich hinter-drein auf eine blosse Mechanik reducirt: die Conformi-tät mit dem Gesetz gilt bereits als Ziel, als oberstes Ziel,das Leben hat keine Probleme mehr; — die ganzeWelt-Conception ist beschmutzt mit der Strafidee; —das Leben selbst ist, mit Hinsicht darauf, das priester-liche Leben als das non plus ultra der Vollkommen-heit darzustellen, in eine Verleumdung und Beschmutzungdes Lebens umgedacht; — der Begriff „Gott“ stellt eineAbkehr vom Leben, eine Kritik, eine Verachtung selbstdes Lebens dar; — die Wahrheit ist umgedacht als diepriesterliche Lüge, das Streben nach Wahrheit als Stu-dium der Schrift, als Mittel, Theolog zu werden . . .
2. Kritik des Christenthums.
a) Zur Geschichte des Christenthums.
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Die jüdische Priesterschaft hatte verstanden, Alles,was sie beanspruchte, als eine göttliche Satzung, alsFolgeleistung gegen ein Gebot Gottes zu präsentiren . . .insgleichen, was dazu diente, Israel zu erhalten, seineExistenz-Ermöglichung (z. B. eine Summe von Werken:Beschneidung, Opfercult als Centrum des nationalen Be-wusstseins), nicht als Natur, sondern als „Gott“ einzu-führen. — Dieser Process setzt sich fort; innerhalbdes Judenthums, wo die Nothwendigkeit der „Werke“nicht empfunden wurde (nämlich als Abscheidung gegenAussen), konnte eine priesterliche Art Mensch concipirtwerden, die sich verhält wie die „vornehme Natur“ zumAristokraten; eine kastenlose und gleichsam spontanePriesterhaftigkeit der Seele, welche nun, um ihren Gegen-