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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Setzung des priesterlichen Kanons ist, willkürlich hinter-drein auf eine blosse Mechanik reducirt: die Conformi-tät mit dem Gesetz gilt bereits als Ziel, als oberstes Ziel,das Leben hat keine Probleme mehr; die ganzeWelt-Conception ist beschmutzt mit der Strafidee;das Leben selbst ist, mit Hinsicht darauf, das priester-liche Leben als das non plus ultra der Vollkommen-heit darzustellen, in eine Verleumdung und Beschmutzungdes Lebens umgedacht; der BegriffGott stellt eineAbkehr vom Leben, eine Kritik, eine Verachtung selbstdes Lebens dar; die Wahrheit ist umgedacht als diepriesterliche Lüge, das Streben nach Wahrheit als Stu-dium der Schrift, als Mittel, Theolog zu werden . . .

2. Kritik des Christenthums.

a) Zur Geschichte des Christenthums.

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Die jüdische Priesterschaft hatte verstanden, Alles,was sie beanspruchte, als eine göttliche Satzung, alsFolgeleistung gegen ein Gebot Gottes zu präsentiren . . .insgleichen, was dazu diente, Israel zu erhalten, seineExistenz-Ermöglichung (z. B. eine Summe von Werken:Beschneidung, Opfercult als Centrum des nationalen Be-wusstseins), nicht als Natur, sondern alsGott einzu-führen. Dieser Process setzt sich fort; innerhalbdes Judenthums, wo die Nothwendigkeit derWerkenicht empfunden wurde (nämlich als Abscheidung gegenAussen), konnte eine priesterliche Art Mensch concipirtwerden, die sich verhält wie dievornehme Natur zumAristokraten; eine kastenlose und gleichsam spontanePriesterhaftigkeit der Seele, welche nun, um ihren Gegen-