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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Drittens: sie müssen auch einen weiter reichendenMachtbereich haben, dessen Controle sich den Blickenihrer Unterworfenen entzieht: das Strafmaass für dasJenseits, dasNach-dem-Tode, wie billig auch dieMittel, zur Seligkeit den Weg zu wissen.

Sie haben den Begriff des natürlichen Verlaufszu entfernen: da sie aber kluge und nachdenkliche Leutesind, so können sie eine Menge Wirkungen versprechen,natürlich als bedingt durch Gebete oder durch stricteBefolgung ihres Gesetzes. Sie können insgleichen eineMenge Dinge verordnen, die absolut vernünftig sind, nur dass sie nicht die Erfahrung, die Empirie alsQuelle dieser Weisheit nennen dürfen, sondern eine Offen-barung oder die Folgehärtester Bussübungen.

Die heilige Lüge bezieht sich also principiell: aufden Zweck der Handlung ( der Naturzweck, die Ver-nunft wird unsichtbar gemacht: ein Moral-Zweck, eineGesetzeserfüllung, eine Gottesdienstlichkeit erscheint alsZweck): auf die Folge der Handlung ( die natür-liche Folge wird als übernatürliche ausgelegt, und, umsichrer zu wirken, es werden uncontrolirbare andre, über-natürliche Folgen in Aussicht gestellt).

Auf diese Weise wird ein Begriff von Gut und Bösegeschaffen, der ganz und gar losgelöst von dem Natur-begriffnützlich,schädlich,lebenfördernd,leben-vermindernd erscheint, er kann, insofern ein anderesLeben erdacht ist, sogar direct feindselig dem Natur-begriff von Gut und Böse werden.

Auf diese Weise wird endlich das berühmteGe-wissen geschaffen: eine innere Stimme, welche bei jederHandlung nicht den Werth der Handlung an ihrenFolgen misst, sondern in Hinsicht auf die Absicht undConformität dieser Absicht mit demGesetz.