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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Der Priester will durchsetzen, dass er als höchsterTypus des Menschen gilt, dass er herrscht, auch nochüber Die, welche die Macht in den Händen haben, dasser unverletzlich ist, unangreifbar, dass er die stärksteMacht in der Gemeinde ist, absolut nicht zu ersetzenund zu unterschätzen.

Mittel: er allein ist der Wissende; er allein istder Tugendhafte; er allein hat die höchste Herrschaftüber sich; er allein ist in einem gewissen Sinne Gottund geht zurück in die Gottheit; er allein ist die Zwischen-person zwischen Gott und den Andern; die Gottheit straftjeden Nachtheil, jeden Gedanken wider einen Priestergerichtet.

Mittel: die Wahrheit existirt. Es giebt nur EineForm, sie zu erlangen: Priester werden. Alles, was gutist, wie die Ordnung, wie das Herkommen, geht aufdie Weisheit der Priester zurück. Das heilige Buch istihr Werk. Es giebt keine andere Quelle des Guten, alsden Priester. Alle andere Art von Vortrefflichkeit istrang verschieden von der des Priesters, z. B. die desKönigs.

Consequenz: wenn der Priester der höchste Typussein soll, so muss die Gradation zu seinen Tugendendie Werthgradation der Menschen ausmachen. DasStudium, die Entsinnlichung, das Nicht-Active,das Impassible, Affectlose, das Feierliche; Gegen-satz: die tiefste Gattung Mensch.

Der Priester hat Eine Art Moral gelehrt: um selbstals höchster Typus empfunden zu werden. Er conci-pirt einen Gegensatz-Typus: den Tschandala. Diesenmit allen Mitteln verächtlich zu machen giebt die Folie