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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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nämlich die Fatalität seines So-und-So-seins zu brechen.Die Kirche und sie hat Nichts gethan, als die antikePhilosophie hierin abzulösen und zu beerben, voneinem andern Werthmaasse ausgehend und eineSeele,dasHeil einer Seele retten wollend, glaubt einmal andie sühnende Kraft der Strafe und sodann an die aus-löschende Kraft der Vergebung: Beides sind Täuschungendes religiösen Vorurtheils, die Strafe sühnt nicht, dieVergebung löscht nicht aus, Gethanes wird nicht un-gethan gemacht. Damit, dass Jemand Etwas vergisst, istbei Weitem nicht erwiesen, dass Etwas nicht mehr ist . . .Eine That zieht ihre Consequenzen, im Menschen undausser dem Menschen, gleichgültig ob sie als bestraft,gesühnt,vergeben undausgelöscht gilt, gleich-gültig ob die Kirche inzwischen ihren Thäter selbst zueinem Heiligen avancirt hat. Die Kirche glaubt an Dinge,die es nicht giebt, anSeelen; sie glaubt an Wirkungen,die es nicht giebt, an göttliche Wirkungen; sie glaubt anZustände, die es nicht giebt, an Sünde, an Erlösung, andas Heil der Seele: sie bleibt überall bei der Oberflächestehn, bei Zeichen, Gebärden, Worten, denen sie einearbiträre Auslegung giebt. Sie' hat eine zu Ende ge-dachte Methodik der psychologischen Falschmünzerei.

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Die christlichen Moral-Quacksalber. Mitleidund Verachtung folgen sich in schnellem Wechsel, undmitunter bin ich empört, wie beim Anblick eines schnödenVerbrechens. Hier ist der Irrthum zur Pflicht gemacht zur Tugend, der Fehlgriff ist Handgriff geworden,der Zerstörer- Instinct systematisirt alsErlösung; hierwird aus jeder Operation eine Verletzung, eine Ausschnei-