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man beim Gewissensbiss Etwas fühlt wie beim Biss einesHundes wider einen Stein, — wenn man sich seinerReue schämt, —
Die bisherige Praxis, die rein psychologische undreligiöse, war nur auf eine Veränderung der Sym-ptome aus: sie hielt einen Menschen für wiederhergestellt,wenn er vor dem Kreuze sich erniedrigte und Schwürethat, ein guter Mensch zu sein . . . Aber ein Verbrecher,der mit einem gewissen düstern Ernst sein Schicksalfesthält und nicht seine That hinterdrein verleumdet, hatmehr Gesundheit der Seele . . . Die Verbrecher, mitdenen Dostoiewski zusammen im Zuchthause lebte, warensammt und sonders ungebrochne Naturen, — sind sienicht hundertmal mehr werth als ein „gebrochner“ Christ?
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Gegen die Reue. — Ich liebe diese Art Feigheitgegen die eigene That nicht; man soll sich selbst nichtim Stich lassen unter dem Ansturz unerwarteter Schandeund Bedrängniss. Ein extremer Stolz ist da eher amPlatz. Zuletzt, was hilft es! Keine That wird dadurch,dass sie bereut wird, ungethan; ebensowenig dadurch,dass sie „vergeben“ oder dass sie „gesühnt“ wird. Manmüsste Theologe sein, um an eine schuldentilgende Machtzu glauben: wir Immoralisten ziehen es vor, nicht an„Schuld“ zu glauben. Wir halten dafür, dass jedwederleiHandlung in der Wurzel werth-identisch ist, — insgleichen,dass Handlungen, welche sich gegen uns wenden, eben-darum immer noch, ökonomisch gerechnet, nützliche, all-gemein-wünschbare Handlungen sein können. — Imeinzelnen Fall werden wir zugestehen, dass eine Thatuns leicht hätte erspart bleiben können, — nur die Um-