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Mit einem Erlebniss nicht fertig werden ist bereitsein Zeichen von decadence. Dieses Wieder-Aufreissenalter Wunden, das Sich-Wälzen in Selbstverachtung undZerknirschung ist eine Krankheit mehr, aus der nimmer-mehr das „Heil der Seele“, sondern immer nur eine neueKrankheitsform derselben entstehen kann . . .
Diese „Erlösungs - Zustände“ im Christen sind blosseWechsel eines und desselben krankhaften Zustandes, —Auslegungen der eingetretnen Krise unter einer be-stimmten Formel, welche nicht die Wissenschaft, sondernder religiöse Wahn giebt.
Man ist auch auf eine krankhafte Manier gut, wennman krank ist . . . Wir rechnen jetzt den grössten Theildes psychologischen Apparates, mit dem das Christen-thum gearbeitet hat, unter die Formen der Hysterie undder Epilepsoidis.
Diese ganze Praxis der seelischen Wiederherstellungmuss auf eine physiologische Grundlage zurückgestelltwerden: der „Gewissensbiss“ als solcher ist ein Hindernissder Genesung, — man muss Alles aufzuwiegen suchendurch neue Handlungen, um möglichst schnell dem Siech-thum der Selbsttortur zu entgehn . . . Man sollte dierein psychologische Praktik der Kirche und der Sectenals gesundheitsgefährlich in Verruf bringen . . . Manheilt einen Kranken nicht durch Gebete und Beschwö-rungen böser Geister: die Zustände der „Ruhe“, die untersolchen Einwirkungen eintreten, sind fern davon, impsychologischen Sinne Vertrauen zu erwecken . . .
Man ist gesund, wenn man sich über seinen Ernstund Eifer lustig macht, mit dem irgend eine Einzelheitunsres Lebens dergestalt uns hypnotisirt hat, wenn