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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Mit einem Erlebniss nicht fertig werden ist bereitsein Zeichen von decadence. Dieses Wieder-Aufreissenalter Wunden, das Sich-Wälzen in Selbstverachtung undZerknirschung ist eine Krankheit mehr, aus der nimmer-mehr dasHeil der Seele, sondern immer nur eine neueKrankheitsform derselben entstehen kann . . .

DieseErlösungs - Zustände im Christen sind blosseWechsel eines und desselben krankhaften Zustandes,Auslegungen der eingetretnen Krise unter einer be-stimmten Formel, welche nicht die Wissenschaft, sondernder religiöse Wahn giebt.

Man ist auch auf eine krankhafte Manier gut, wennman krank ist . . . Wir rechnen jetzt den grössten Theildes psychologischen Apparates, mit dem das Christen-thum gearbeitet hat, unter die Formen der Hysterie undder Epilepsoidis.

Diese ganze Praxis der seelischen Wiederherstellungmuss auf eine physiologische Grundlage zurückgestelltwerden: derGewissensbiss als solcher ist ein Hindernissder Genesung, man muss Alles aufzuwiegen suchendurch neue Handlungen, um möglichst schnell dem Siech-thum der Selbsttortur zu entgehn . . . Man sollte dierein psychologische Praktik der Kirche und der Sectenals gesundheitsgefährlich in Verruf bringen . . . Manheilt einen Kranken nicht durch Gebete und Beschwö-rungen böser Geister: die Zustände derRuhe, die untersolchen Einwirkungen eintreten, sind fern davon, impsychologischen Sinne Vertrauen zu erwecken . . .

Man ist gesund, wenn man sich über seinen Ernstund Eifer lustig macht, mit dem irgend eine Einzelheitunsres Lebens dergestalt uns hypnotisirt hat, wenn