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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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zeugung, dass hier eine fremde Macht im Spiele ist;aber auch jede verwandte Unfreiheit, z. B. die des Be-geisterten, des Dichters, des grossen Verbrechers, derPassionen wie Liebe und Rache dient zur Erfindung vonaussermenschlichen Mächten. Man concrescirt einenZustand in eine Person: und behauptet, dieser Zustand,wenn er an uns auftritt, sei die Wirkung jener Person.Mit andern Worten: in der psychologischen Gottbildungwird ein Zustand, um Wirkung- zu sein, als Ursache per-sonificirt.

Die psychologische Logik ist die: Das Gefühl derMacht, wenn es plötzlich und überwältigend denMenschen überzieht und das ist in allen grossenAffecten der Fall, erregt ihm einen Zweifel an seinerPerson: er wagt sich nicht als Ursache dieses erstaun-lichen Gefühls zu denken und so setzt er einestärkere Person, eine Gottheit für diesen Fall an.

In summa: der Ursprung der Religion liegt in denextremen Gefühlen der Macht, welche, als fremd, denMenschen überraschen: und dem Kranken gleich, derein Glied zu schwer und seltsam fühlt und zum Schlüssekommt, dass ein anderer Mensch über ihm liege, legtsich der naive homo religiosus in mehrere Personenauseinander. Die Religion ist ein Fall der alteration dela personnalite. Eine Art Furcht- und Schreck-gefühl vor sich selbst . . . Aber ebenso ein ausser-ordentliches Glücks- und Höhengefühl . . . UnterKranken genügt das Gesundheitsgefühl, um an Gott,an die Wirkung Gottes zu glauben.

Die Zustände der Macht imputiren dem Menschendas Gefühl, nicht die Ursache zu sein, unverant-wortlich dafür zu sein: sie kommen, ohne gewolltzu sein: folglich sind wir nicht die Urheber: der