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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
Seite
91
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unfreie Wille (d. h. das Bewusstsein einer Veränderungmit uns, ohne dass wir sie gewollt haben) bedarf einesfremden Willens.

Consequenz: der Mensch hat alle seine starken understaunlichen Momente nicht gewagt, sich zuzuweisen,er hat sie alspassiv, alserlitten, als Überwältigungenconcipirt: die Religion ist eine Ausgeburt einesZweifels an der Einheit der Person, eine alteration derPersönlichkeit: insofern alles Grosse und Starke vomMenschen als übermenschlich, als fremd concipirtwurde, verkleinerte sich der Mensch, er legte diezwei Seiten, eine sehr erbärmliche und schwache undeine sehr starke und erstaunliche in zwei Sphären aus-einander, hiess die ersteMensch, die zweiteGott.

Er hat das immer fortgesetzt; er hat, in der Periodeder moralischen Idiosynkrasie seine hohen undsublimen Moral-Zustände nicht alsgewollt, alsWerkder Person ausgelegt. Auch der Christ legt seine Personin eine mesquine und schwache Fiction, die er Menschnennt, und eine andere, die er Gott (Erlöser, Heiland)nennt, auseinander

Die Religion hat den BegriffMensch erniedrigt;ihre extreme Consequenz ist, dass alles Gute, Grosse,Wahre übermenschlich ist und nur durch eine Gnadegeschenkt . . .

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Der Mensch kannte sich nicht physiologisch, dieganze Kette der Jahrtausende entlang: er kennt sichauch heute noch nicht. Zu wissen z. B., dass man einNervensystem habe ( aber keineSeele) bleibtimmer noch das Vorrecht der Unterrichtetsten. Aberder Mensch begnügt sich nicht, hier nicht zu wissen.