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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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81
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8o.

Schwäche des Willens: das ist ein Gleichniss, dasirreführen kann. Denn es giebt keinen Willen, und folg-lich weder einen starken, noch schwachen Willen. DieVielheit und Disgregation der Antriebe, der Mangel anSystem unter ihnen resultirt alsschwacher Wille; dieCoordination derselben unter der Vorherrschaft eineseinzelnen resultirt alsstarker Wille; im erstemFalle ist es das Oscilliren und der Mangel an Schwer-gewicht; im letztem die Präcision und Klarheit derRichtung.

81.

Der Begriffstarker und schwacher Menschreducirt sich darauf, dass im ersten Falle viel Kraft ver-erbt ist er ist eine Summe: im andern noch wenig(unzureichendeVererbung, Zersplitterung des Ererbten).Die Schwäche kann ein Anfangs-Phänomen sein:nochwenig; oder ein End-Phänomen:nicht mehr.

Der Ansatz-Punkt ist der, wo grosse Kraft ist,wo Kraft auszugeben ist. Die Masse, als die Summeder Schwachen, reagirt langsam; wehrt sich gegenVieles, für das sie zu schwach ist, von dem sie keinenNutzen haben kann; schafft nicht, geht nicht voran . . .

Dies gegen die Theorie, welche das starke Individuumleugnet und meintdie Masse thuts. Es ist die Differenzwie zwischen getrennten Geschlechtern: es können vier,fünf Generationen zwischen dem Thätigen und der Masseliegen . . . eine chronologische Differenz . . .

Die Werthe der Schwachen sind obenan, weil dieStarken sie übernommen haben, um damit zu leiten . . .

Nietzsche, Werke II. Abtlieilung. Wille zur Macht.

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