höchsten Stufe der Macht musste der Berauschtestestehn, der Ekstatische. (— Es giebt zwei Ausgangs-punkte des Rausches: die übergrosse Fülle des Lebensund einen Zustand von krankhafter Ernährung desGehirns.)
78.
Wenn Lust und Unlust sich auf das Gefühl derMacht beziehen, so müsste Leben ein Wachsthum vonMacht darstellen, sodass die Differenz des „Mehr“ in’sBewusstsein träte . . . Ein Niveau von Macht festgehalten,würde sich die Lust nur an Verminderungen des Niveau’szu messen haben, an Unlustzuständen, — nicht an Lust-zuständen . . . Der Wille zum Mehr liegt im Wesen derLust: dass die Macht wächst, dass die Differenz in’s Be-wusstsein tritt . . .
Von einem gewissen Punkte an, bei der decadence,tritt die umgekehrte Differenz in’s Bewusstsein, dieAbnahme: das Gedächtniss der starken Augenblicke vonehedem drückt die gegenwärtigen Lustgefühle herab, —der Vergleich schwächt jetzt die Lust . . .
Zur Hygiene der „Schwachen“. — Alles, wasin der Schwäche gethan wird, missräth. Moral: Nichtsthun. Nur ist das Schlimme, dass gerade die Kraft, dasThun auszuhängen, nicht zu reagiren, am stärksten krankist unter dem Einfluss der Schwäche: dass man nieschneller, nie blinder reagirt als dann, wenn man garnicht reagiren sollte ...
Die Stärke einer Natur zeigt sich im Abwarten undAufschieben der Reaction: eine gewisse dSiacpoQta ist ihrso zu eigen, wie der Schwäche die Unfreiheit der Gegen-bewegung, die Plötzlichkeit, Unhemmbarkeit der „Hand-lung“ . . . Der Wille ist schwach: und das Recept, um