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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Hierüber scheint kein Fehlgriff möglich: trotzdementhält die Geschichte die schauerliche Thatsache, dassdie Erschöpften immer verwechselt worden sind mitden Vollsten und die Vollsten mit den Schädlichsten

Der Arme an Leben, der Schwache, verarmt nochdas Leben: der Reiche an Leben, der Starke, bereichertes. Der Erste ist dessen Parasit: der Zweite ein

Hinzuschenkender ... Wie ist eine Verwechslungmöglich? . . .

Wenn der Erschöpfte mit der Gebärde der höchstenActivität und Energie auftrat (wenn die Entartung einenExcess der geistigen oder nervösen Entladung bedingte),dann verwechselte man ihn mit dem Reichen ... Ererregte Furcht . . . Der Cultus des Narren ist immerauch der Cultus des An-Leben-Reichen, des Mächtigen.Der Fanatiker, der Besessene, der religiöse Epileptiker,alle Excentrischen sind als höchste l^pen der Machtempfunden worden: als göttlich.

Diese Art Stärke, die Furcht erregt, galt vor Allemals göttlich: von hier nahm die Autorität ihren Ausgangs-punkt, hier interpretirte, hörte, suchte man Weisheit . . .Hieraus entwickelte sich, überall beinahe, ein Wille zurVergöttlichung, d. h. zur typischen Entartung vonGeist, Leib und Nerven: ein Versuch, den Weg zu dieserhöheren Art Sein zu finden. Sich krank, sich toll machen:die Symptome der Zerrüttung provociren das hiessstärker, übermenschlicher, furchtbarer, weiser werden.Man glaubte damit so reich an Macht zu werden, dassman ab geben konnte. Überall, wo angebetet wordenist, suchte man Einen, der abgeben kann.

Hier war irreführend die Erfahrung des Rausches.Dieser vermehrt im höchsten Grade das Gefühl derMacht, folglich, naiv beurtheilt, die Macht. Auf der