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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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die Gefahr schädlicher Einwanderungen u. s. w., die ge-brochene Widerstandskraft; moralisch ausgedrückt: dieResignation und Demuth vor dem Feinde.

Ich habe mich gefragt, ob man nicht alle dieseobersten Werthe der bisherigen Philosophie, Moral undReligion mit den Werthen der Geschwächten, Geistes-Kranken und Neurastheniker vergleichen kann: siestellen, in einer milderen Form, dieselben Übel dar...

Der Werth aller morbiden Zustände ist, dass sie ineinem Vergrösserungsglas gewisse Zustände, die normal,aber als normal schlecht sichtbar sind, zeigen . . .

Gesundheit und Krankheit sind nichts wesentlichVerschiedenes, wie es die alten Mediciner und heutenoch einige Praktiker glauben. Man muss nicht distinctePrincipien oder Entitäten daraus machen, die sich umden lebenden Organismus streiten und aus ihm ihrenKampfplatz machen. Das ist albernes Zeug und Ge-schwätz, das zu Nichts mehr taugt. Thatsächlich giebtes zwischen diesen beiden Arten des Daseins nur Grad-unterschiede: die Übertreibung, die Disproportion, dieNicht-Harmonie der normalen Phänomene constituiren denkrankhaften Zustand (Claude Bernard).

So gut das Böse betrachtet werden kann als Über-treibung, Disharmonie, Disproportion, so gut kann dasGute eine Schutzdiät gegen die Gefahr der Über-treibung, Disharmonie und Disproportion sein.

Die erbliche Schwäche als dominirendes Ge-fühl: Ursache der obersten Werthe.

Die Schwächung als Aufgabe: Schwächungder Begehrungen, der Lust- und Unlustgefühle, desWillens zur Macht, zum Stolzgefühl, zum Haben- undMehr-haben-wollen; die Schwächung als Demuth; dieSchwächung als Glaube; die Schwächung als Widerwille