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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
Seite
71
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III.

Zur Theorie der decadence.

12 .

Begriffdecadence. Der Abfall, Verfall,Ausschuss ist Nichts, was an sich zu verurtheilen wäre;er ist eine nothwendige Consequenz des Lebens, desWachsthums an Leben. Die Erscheinung der dec.ade?iceist so noth wendig, wie irgend ein Aufgang und Vorwärtsdes Lebens; man hat es nicht in der Hand, sie abzu-schaffen. Die Vernunft will umgekehrt, dass ihr ihrRecht wird.

Es ist eine Schmach für alle socialistischen Systema-tiker, dass sie meinen, es könnte Umstände geben, gesell-schaftliche Combinationen, unter denen das Laster, dieKrankheit, das Verbrechen, die Prostitution, die Nothnicht mehr wüchse . . . Aber das heisst das Leben ver-urtheilen ... Es steht einer Gesellschaft nicht frei, jungzu bleiben. Und noch in ihrer besten Kraft muss sie Un-rath und Abfallsstoffe bilden. Je energischer und kühnersie vorgeht, umso reicher wird sie an Missglückten,an Missgebilden sein, umso näher der Niedergang sein . . .Alter schafft man nicht durch Institutionen ab. DieKrankheit auch nicht. Das Laster auch nicht.

Die Degenerescenz. Erster Grundsatz; was manbisher als Ursachen der Degeneration ansah, sindderen Folgen.