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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Gesammt-Einsicht: der zweideutige Charakterunsrer modernen Welt, eben dieselben Symptomekönnten auf Niedergang und auf Stärke deuten. Unddie Abzeichen der Stärke, der errungenen Mündigkeitkönnten auf Grund überlieferter (zurückgebliebener)Gefühls - Abwerthung als Schwäche missverstandenwerden. Kurz, das Gefühl, als Werthgefühl, ist nichtauf der Höhe der Zeit.

Verallgemeinert: Das Werthgefühl ist immer

rückständig, es drückt Erhaltungs-, Wachsthums-Be-dingungen einer viel früheren Zeit aus: es kämpft gegenneue Daseinsbedingungen an, aus denen es nicht ge-wachsen ist und die es nothwendig missversteht: es hemmt,es weckt Argwohn gegen das Neue . . .

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Gesammt-Einsicht. Thatsächlich bringt jedesgrosse Wachsthum auch ein ungeheures Abbröckelnund Vergehen mit sich: das Leiden, die Symptome desNiedergangs gehören in die Zeiten ungeheuren Vor-wärtsgehens; jede fruchtbare und mächtige Bewegungder Menschheit hat zugleich eine nihilistische Bewegungmitgeschaffen. Es wäre unter Umständen das An-zeichen für ein einschneidendes und allerwesentlichstesWachsthum, für den Übergang in neue Daseinsbedin-gungen, dass die extremste Form des Pessimismus, dereigentliche Nihilismus, zur Welt käme. Dies habeich begriffen.