68
„fliegende Holländer“ schmeckt nach Frankreich, wole tenebreux 1830 der Verführer-Typus war.
Cultus der Musik, der revolutionären Romantikder Form. Wagner resümirt die Romantik, die deutscheund die französische —
67.
Im Grunde ist auch Wagner’s Musik noch Litteratur,so gut es die ganze französische Romantik ist: derZauber des Exotismus (fremder Zeiten, Sitten, Leiden-schaften), ausgeübt auf empfindsame Eckensteher. DasEntzücken beim Hineintreten in das ungeheure ferneausländische vorzeitliche Land, zu dem der Zugang durchBücher führt, wodurch der ganze Horizont mit neuenFarben und Möglichkeiten bemalt war . . . Die Ahnungvon noch ferneren unaufgeschlossenen Welten; der dedaingegen die Boulevards . . . Der Nationalismus nämlich,man lasse sich nicht täuschen, ist auch nur eine Formdes Exotismus . . . Die romantischen Musiker erzählen,was die exotischen Bücher aus ihnen gemacht haben:man möchte gern Exotica erleben, Leidenschaften imflorentinischen und venetianischen Geschmack: zuletzt
begnügt man sich, sie im Bilde zu suchen . . . DasWesentliche ist die Art von neuer Begierde, ein Nach-machen - wollen, Nachleben-wollen, die Verkleidung, dieVerstellung der Seele . . . Die romantische Kunst istnur ein Nothbehelf für eine manquirte „Realität“ . . .
Der Versuch, Neues zu thun: Revolution, Napoleon.Napoleon, die Leidenschaft neuer Möglichkeiten der Seele,die Raumerweiterung der Seele . . .
Ermattung des Willens; um so grössere Ausschwei-fung in der Begierde, Neues zu fühlen, vorzustellen, zu