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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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genossin ist? Ist Musik, moderne Musik nicht schondecadence? . . .

Ich habe schon früher einmal den Finger auf dieseFrage gelegt: ob unsre Musik nicht ein Stück Gegen-renaissance in der Kunst ist? ob sie nicht die Nächstver-wandte des Barockstils ist? ob sie nicht im Widerspruchzu allem classischen Geschmack gewachsen ist, sodasssich in ihr jede Ambition der Classicität von selbstverböte? . . .

Auf diese Werthfrage ersten Ranges würde die Ant-wort nicht zweifelhaft sein dürfen, wenn die Thatsacherichtig abgeschätzt worden wäre, dass die Musik alsRomantik ihre höchste Reife und Fülle erlangt, nocheinmal als Reactions-Bewegung gegen die Classicität. . .

Mozart eine zärtliche und verliebte Seele, aberganz achtzehntes Jahrhundert, auch noch in seinemErnste . . . Beethoven der erste grosse Romantiker, imSinne des französischen Begriffs Romantik, wie Wagnerder letzte grosse Romantiker ist . . . beides instinctiveWidersacher des classischen Geschmacks, des strengenStils, um vomgrossen hier nicht zu reden . . .

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Warum culminirt die deutsche Musik zur Zeit derdeutschen Romantik? Warum fehlt Goethe in der deut-schen Musik? Wie viel Schiller, genauer wie vielTheklaist dagegen in Beethoven!

Schumann hat Eichendorff, Uhland, Heine, Hoff-mann, Tieck in sich. Richard Wagner hat Freischütz,Hoffmann, Grimm, die romantische Sage, den mystischenKatholicismus des Instincts, den Symbolismus, dieFrei-geisterei der Leidenschaft (Rousseaus Absicht). Der

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