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genossin ist? Ist Musik, moderne Musik nicht schondecadence? . . .
Ich habe schon früher einmal den Finger auf dieseFrage gelegt: ob unsre Musik nicht ein Stück Gegen-renaissance in der Kunst ist? ob sie nicht die Nächstver-wandte des Barockstils ist? ob sie nicht im Widerspruchzu allem classischen Geschmack gewachsen ist, sodasssich in ihr jede Ambition der Classicität von selbstverböte? . . .
Auf diese Werthfrage ersten Ranges würde die Ant-wort nicht zweifelhaft sein dürfen, wenn die Thatsacherichtig abgeschätzt worden wäre, dass die Musik alsRomantik ihre höchste Reife und Fülle erlangt —, nocheinmal als Reactions-Bewegung gegen die Classicität. . .
Mozart — eine zärtliche und verliebte Seele, aberganz achtzehntes Jahrhundert, auch noch in seinemErnste . . . Beethoven der erste grosse Romantiker, imSinne des französischen Begriffs Romantik, wie Wagnerder letzte grosse Romantiker ist . . . beides instinctiveWidersacher des classischen Geschmacks, des strengenStils, — um vom „grossen“ hier nicht zu reden . . .
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Warum culminirt die deutsche Musik zur Zeit derdeutschen Romantik? Warum fehlt Goethe in der deut-schen Musik? Wie viel Schiller, genauer wie viel „Thekla“ist dagegen in Beethoven!
Schumann hat Eichendorff, Uhland, Heine, Hoff-mann, Tieck in sich. Richard Wagner hat Freischütz,Hoffmann, Grimm, die romantische Sage, den mystischenKatholicismus des Instincts, den Symbolismus, die „Frei-geisterei der Leidenschaft“ (Rousseau’s Absicht). Der
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