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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Musik und der grosse Stil. Die Grösseeines Künstlers bemisst sich nicht nach denschönenGefühlen, die er erregt: das mögen die Weibleinglauben. Sondern nach dem Grade, in dem er sich demgrossen Stile nähert, in dem er fähig ist des grossenStils. Dieser Stil hat Das mit der grossen Leiden-schaft gemein, dass er es verschmäht, zu gefallen; dasser es vergisst, zu überreden; dass er befiehlt; dass erwill . . . Über das Chaos Herr werden, das man ist; seinChaos zwingen, Form zu werden: logisch, einfach, un-zweideutig, Mathematik, Gesetz werden das ist hierdie grosse Ambition. Mit ihr stösst man zurück;Nichts reizt mehr die Liebe zu solchen Gewaltmenschen, eine Einöde legt sich um sie, ein Schweigen, eineFurcht wie vor einem grossen Frevel . . . Alle Künstekennen solche Ambitiöse des grossen Stils: warum fehlensie in der Musik? Noch niemals hat ein Musiker gebautwie jener Baumeister, der den Palazzo Pitti schuf . . .Hier liegt ein Problem. Gehört die Musik vielleicht injene Cultur, wo das Reich aller Art Gewaltmenschen schonzu Ende gieng? Widerspräche zuletzt der Begriff grosserStil schon der Seele der Musik, demWeibe inunsrer Musik? . . .

Ich berühre hier eine Cardinal-Frage: wohin gehörtunsre ganze Musik? Die Zeitalter des classischen Ge-schmacks kennen nichts ihr Vergleichbares: sie ist auf-geblüht, als die Renaissance-Welt ihren Abend er-reichte, als dieFreiheit aus den Sitten und selbstaus den Menschen davon %var: gehört es zu ihremCharakter, Gegenrenaissance zu sein? Ist sie dieSchwester des Barockstils, da sie jedenfalls seine Zeit-

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