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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Gipfel. Der dramatische Stil in der Musik, wie ihn Wagnerversteht, ist die Verzichtleistung auf Stil überhaupt, unterder Voraussetzung, dass etwas Anderes hundert Mal wich-tiger ist als Musik, nämlich das Drama. Wagner kannmalen, er benutzt die Musik nicht zur Musik, er verstärktAttitüden, er ist Poet; endlich, er hat an dieschönenGefühle" undgehobenen Busen" appellirt gleich allenTheaterkünstlern mit dem Allen hat er die Frauenund selbst die Bildungs-Bedürftigen zu sich überredet:aber was geht Frauen und Bildungs-Bedürftige die Musikan! Das hat Alles kein Gewissen für die Kunst; das leidetnicht, wenn alle ersten und unerlässlichsten Tugendeneiner Kunst zu Gunsten von Nebenabsichten (als ancillcidramaturgica ) mit Füssen getreten und verhöhnt werden.Was liegt an aller Erweiterung der Ausdrucksmittel,wenn Das, was da ausdrückt, die Kunst selbst, für sichselbst das Gesetz verloren hat! Die malerische Prachtund Gewalt des Tons, die Symbolik von Klang, Rhyth-mus, Farbentönen der Harmonie und Disharmonie, diesuggestive Bedeutung der Musik, die ganze mit Wagnerzur Herrschaft gebrachte Sinnlichkeit der Musikdas Alles hat Wagner an der Musik erkannt, heraus-gezogen, entwickelt. Victor Hugo hat etwas Verwandtesfür die Sprache ge than: aber schon heute fragt man sichin Frankreich im Fall Victor Hugos, ob nicht zum Ver-derb der Sprache ... ob nicht, mit der Steigerung derSinnlichkeit in der Sprache, die Vernunft, die Geistigkeit,die tiefe Gesetzlichkeit in der Sprache heruntergedrücktworden ist? Dass die Dichter in Frankreich Plastiker,dass die Musiker in Deutschland Schauspieler und Cultur-Anpinseler geworden sind sind das nicht Zeichen derdecadence?