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Über unsere moderne Musik. — Die Verkümmerungder Melodie ist das Gleiche, wie die Verkümmerung der„Idee“, der Dialektik, der Freiheit geistigster Bewegung,— eine Plumpheit und Gestopftheit, welche sich zu neuenWagnissen und selbst zu Principien entwickelt; — manhat schliesslich nur die Principien seiner Begabung, seinerBornirtheit von Begabung.
„Dramatische Musik“ Unsinn! Das ist einfachschlechte Musik . . . Das „Gefühl“, die „Leidenschaft“als Surrogate, wenn man die hohe Geistigkeit und dasGlück derselben (z. B. Voltaire’s) nicht mehr zu er-reichen weiss. Technisch ausgedrückt, ist das „Gefühl“,die „Leidenschaft“ leichter — es setzt viel ärmereKünstler voraus. Die Wendung zum Drama verräth,dass ein Künstler über die Schein mittel noch mehrsich Herr weiss als über die echten Mittel. Wir habendramatische Malerei, dramatische Lyrik u. s. w.
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Die Scheidung in „Publikum“ und „Coenakel“: imersten muss man heute Charlatan sein, im zweiten willman Virtuose sein und Nichts weiter! Übergreifend überdiese Scheidung unsere specifischen „Genie’s“ des Jahr-hunderts, gross für Beides; grosse Charlatanerie VictorHugo’s und Richard Wagner’s, aber gepaart mit sovielechtem Virtuosenthum, dass sie auch den Raffinirtestenim Sinne der Kunst selbst genug thaten. Daher derMangel an Grösse: sie haben eine wechselnde Optik,bald in Hinsicht auf die gröbsten Bedürfnisse, bald inHinsicht auf die raffinirtesten.