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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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leisten, ist bloss die Folge davon: man kann alsEinzelner die Schule nie nachholen.

Das, was eine Moral, ein Gesetzbuch schafft: dertiefe Instinct dafür, dass erst der Automatismus dieVollkommenheit möglich macht in Leben und Schaffen . . .

Aber jetzt haben wir den entgegengesetzten Punkterreicht, ja, wir haben ihn erreichen gewollt dieextremste Bewusstheit, die Selbstdurchschauung desMenschen und der Geschichte: damit sind wir prak-tisch am fernsten von der Vollkommenheit in Sein,Thun und Wollen: unsere Begierde, unser Wille selbstzur Erkenntniss ist ein Symptom einer ungeheuren de-cadence. Wir streben nach dem Gegentheil von Dem,was starke Rassen, starke Naturen wollen dasBegreifen ist ein Ende . . .

Dass Wissenschaft möglich ist in diesem Sinne, wiesie heute geübt wird, ist der Beweis dafür, dass alleelementaren Instincte, Nothwehr- und Schutz-Instinctedes Lebens nicht mehr fungiren. Wir sammeln nichtmehr, wir verschwenden die Capitalien der Vorfahren,auch noch in der Art, wie wir erkennen

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Was heute am tiefsten angegriffen ist, das ist derInstinct und der Wille der Tradition: alle Institutionen,die diesem Instinct ihre Herkunft verdanken, gehen demmodernen Geiste wider den Geschmack . . . Im Grundedenkt und thut man Nichts, was nicht den Zweck ver-folgte, diesen Sinn für Überlieferung mit den Wurzelnherauszureissen. Man nimmt die Tradition als Fatalität;man studirt sie, man erkennt sie an (alsErblichkeit),aber man will sie nicht. Die Anspannung eines Willens