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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
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wiederum waren die Epochen der gewollten und er-zwungenen Thierzähmung (Civilisation) desMenschen Zeiten der Unduldsamkeit für die geistigstenund kühnsten Naturen. Civilisation will etwas Anderes,als Cultur will: vielleicht etwas Umgekehrtes . . .

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Die unerledigten Probleme, die ich neu stelle: dasProblem der Civilisation, der Kampf zwischenRousseau und Voltaire um 1760. Der Mensch wirdtiefer, misstrauischer,unmoralischer, stärker, sich-selbst-vertrauender und insofernnatürlicher: das istFortschritt. Dabei legen sich, durch eine Art vonArbeitstheilung, die verböserten Schichten und die ge-milderten, gezähmten auseinander: sodass die Gesammt-thatsache nicht ohne Weiteres in die Augen springt . . .Es gehört zur Stärke, zur Selbstbeherrschung undFascination der Stärke, dass diese stärkeren Schichtendie Kunst besitzen, ihre Verböserung als etwas Flöheresempfinden zu machen. Zu jedemFortschritt gehört eineUmdeutung der verstärkten Elemente insGute.

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Inwiefern die christlichen Jahrhunderte mit ihremPessimismus stärkere Jahrhunderte waren als das acht-zehnte Jahrhundert entsprechend das tragische Zeit-alter der Griechen.

Das neunzehnte Jahrhundert gegen das achtzehnteJahrhundert. Worin Erbe, worin Rückgang gegendasselbe (:geist-loser, geschmackloser), worin Fort-schritt über dasselbe (: düsterer, realistischer, stärker).