wiederum waren die Epochen der gewollten und er-zwungenen Thierzähmung („Civilisation“ —) desMenschen Zeiten der Unduldsamkeit für die geistigstenund kühnsten Naturen. Civilisation will etwas Anderes,als Cultur will: vielleicht etwas Umgekehrtes . . .
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Die unerledigten Probleme, die ich neu stelle: dasProblem der Civilisation, der Kampf zwischenRousseau und Voltaire um 1760. Der Mensch wirdtiefer, misstrauischer, „unmoralischer“, stärker, sich-selbst-vertrauender — und insofern „natürlicher“: das ist„Fortschritt“. — Dabei legen sich, durch eine Art vonArbeitstheilung, die verböserten Schichten und die ge-milderten, gezähmten auseinander: sodass die Gesammt-thatsache nicht ohne Weiteres in die Augen springt . . .Es gehört zur Stärke, zur Selbstbeherrschung undFascination der Stärke, dass diese stärkeren Schichtendie Kunst besitzen, ihre Verböserung als etwas Flöheresempfinden zu machen. Zu jedem „Fortschritt“ gehört eineUmdeutung der verstärkten Elemente in’s „Gute“.
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Inwiefern die christlichen Jahrhunderte mit ihremPessimismus stärkere Jahrhunderte waren als das acht-zehnte Jahrhundert — entsprechend das tragische Zeit-alter der Griechen —.
Das neunzehnte Jahrhundert gegen das achtzehnteJahrhundert. Worin Erbe, — worin Rückgang gegendasselbe (: „geist“-loser, geschmackloser), — worin Fort-schritt über dasselbe (: düsterer, realistischer, stärker).