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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Kant: macht den erkenntnisstheoretischen Skepticis-mus der Engländer möglich für Deutsche:

1) indem er die moralischen und religiösen Bedürf-nisse der Deutschen für denselben interessirt: so wie ausgleichem Grunde die neueren Akademiker die Skepsisbenutzten als Vorbereitung für den Platonismus (videAugustin); so wie Pascal sogar die moralistischeSkepsis benutzte, um das Bedürfniss nach Glauben zuexcitiren (zu rechtfertigen);

2) indem er ihn scholastisch verschnörkelte und ver-kräuselte und dadurch dem wissenschaftlichen Form-Geschmack der Deutschen annehmbar machte (dennLocke und Hume an sich waren zu hell, zu klar, d. h. nachdeutschenWerthinstincten gewerthetzu oberflächlich).

Kant: ein geringer Psycholog und Menschenkenner;grob fehlgreifend in Hinsicht auf grosse historische Werthe(französische Revolution); Moral-Fanatiker ä /«Rousseau;mit unterirdischer Christlichkeit der Werthe; Dogmatikerdurch und durch, aber mit einem schwerfälligen Über-druss an diesem Hang, bis zum Wunsche, ihn zu tyran-nisiren, aber auch der Skepsis sofort müde; noch von' keinem Hauche kosmopolitischen Geschmacks und antikerSchönheit angeweht .... ein Verzögerer und Ver-mittler, nichts Originelles ( so wie Leibniz zwischenMechanik und Spiritualismus, wie Goethe zwischen demGeschmack des achtzehnten Jahrhunderts und dem deshistorischen Sinnes ( der wesentlich ein Sinn desExotismus ist), wie die deutsche Musik zwischen fran-zösischer und italienischer Musik, wie Karl der Grossezwischen Imperium Romanum und Nationalismus ver-mittelte, überbrückte, Verzögerer par excellence).