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Kant: macht den erkenntnisstheoretischen Skepticis-mus der Engländer möglich für Deutsche:
1) indem er die moralischen und religiösen Bedürf-nisse der Deutschen für denselben interessirt: so wie ausgleichem Grunde die neueren Akademiker die Skepsisbenutzten als Vorbereitung für den Platonismus (videAugustin); so wie Pascal sogar die moralistischeSkepsis benutzte, um das Bedürfniss nach Glauben zuexcitiren („zu rechtfertigen“);
2) indem er ihn scholastisch verschnörkelte und ver-kräuselte und dadurch dem wissenschaftlichen Form-Geschmack der Deutschen annehmbar machte (dennLocke und Hume an sich waren zu hell, zu klar, d. h. nachdeutschenWerthinstincten gewerthet „zu oberflächlich“—).
Kant: ein geringer Psycholog und Menschenkenner;grob fehlgreifend in Hinsicht auf grosse historische Werthe(französische Revolution); Moral-Fanatiker ä /«Rousseau;mit unterirdischer Christlichkeit der Werthe; Dogmatikerdurch und durch, aber mit einem schwerfälligen Über-druss an diesem Hang, bis zum Wunsche, ihn zu tyran-nisiren, aber auch der Skepsis sofort müde; noch von' keinem Hauche kosmopolitischen Geschmacks und antikerSchönheit angeweht .... ein Verzögerer und Ver-mittler, nichts Originelles (— so wie Leibniz zwischenMechanik und Spiritualismus, wie Goethe zwischen demGeschmack des achtzehnten Jahrhunderts und dem des„historischen Sinnes“ (— der wesentlich ein Sinn desExotismus ist), wie die deutsche Musik zwischen fran-zösischer und italienischer Musik, wie Karl der Grossezwischen Imperium Romanum und Nationalismus ver-mittelte, überbrückte, — Verzögerer par excellence).