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Kritik beider Standpunkte in Hinsicht auf den Werthder Civilisation. Die sociale Erfindung die schönste,die es für Voltaire giebt: es giebt kein höheres Ziel, als siezu unterhalten und zu vervollkommnen; eben Das ist diehonnetete, die socialen Gebräuche zu achten; Tugend einGehorsam gegen gewisse nothwendige „Vorurtheile“ zuGunsten der Erhaltung der „Gesellschaft“. Cultur-Missionär, Aristokrat, Vertreter der siegreichen herr-schenden Stände und ihrer Werthungen. Aber Rousseaublieb Plebejer auch als homme de lettres, das war un-erhört; seine unverschämte Verachtung alles Dessen, wasnicht er selbst war.
Das Krankhafte an Rousseau am meisten be-wundert und nachgeahmt. (Lord Byron verwandt;auch sich zu erhabenen Attitüden aufschraubend, zumrancunösen Groll; Zeichen der „Gemeinheit“; später, durchVenedig in’s Gleichgewicht gebracht, begriff er, wasmehr erleichtert und wohlthut, . . . V insouciance.)
Rousseau ist stolz in Plinsicht auf Das, was er ist,trotz seiner Herkunft; aber er geräth ausser sich, wennman ihn daran erinnert . . .
Bei Rousseau unzweifelhaft die Geistesstörung,bei Voltaire eine ungewöhnliche Gesundheit und Leichtig-keit. Die Rancune des Kranken; die Zeiten seinesIrrsinns auch die seiner Menschenverachtung und seinesMisstrauens.
Die Vertheidigung der Providenz durch Rousseau(gegen den Pessimismus Voltaire’s): er brauchte Gott,um den Fluch auf die Gesellschaft und die Civilisationwerfen zu können; Alles musste an sich gut sein, da Gottes geschaffen; nur der Mensch hat den Menschenverdorben. Der „gute Mensch“ als Naturmensch wareine reine Phantasie; aber mit dem Dogma von der