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das Herz, sogar ohne Gemüth, „undeutsch“, „ungemüth-lich“, dem Burlesken und dem Natürlichen abhold,generalisirend und souverän gegen Vergangenheit: dennes glaubt an sich. Viel Raubthier au fond, viel asketischeGewöhnung, um Herr zu bleiben. Das willensstarkeJahrhundert; auch das der starken Leidenschaft.
Das achtzehnte Jahrhundert ist vom Weibe beherrscht,schwärmerisch, geistreich, flach, aber mit einem Geistim Dienste der Wünschbarkeit, des Herzens, libertin imGenüsse des Geistigsten, alle Autoritäten unterminirend;berauscht, heiter, klar, human, falsch vor sich, vielCanaille au fond, gesellschaftlich . . .
Das neunzehnte Jahrhundert ist animalischer,unterirdischer, hässlicher, realistischer, pöbelhafter, undeben deshalb „besser“, „ehrlicher“, vor der Wirklichkeitjeder Art unterwürfiger, wahrer; aber willensschwach,aber traurig und dunkel-begehrlich, aber fatalistisch.Weder vor der „Vernunft“, noch vor dem „Herzen“eine Scheu und Hochachtung; tief überzeugt von derHerrschaft der Begierde (Schopenhauer sagte „Wille“;aber Nichts ist charakteristischer für seine Philosophie,als dass der Wille in ihr fehlt). Selbst die Moral aufeinen Instinct reducirt („Mitleid“).
Auguste Comte ist Fortsetzung des achtzehntenJahrhunderts (Herrschaft von cosur über la tete,Sensualismus in der Erkenntnisstheorie, altruistischeSchwärmerei).
Dass die Wissenschaft in dem Grade souverängeworden ist, das beweist, wie das neunzehnte Jahr-hundert sich von der Domination der Ideale los-gemacht hat. Eine gewisse „Bedürfnisslosigkeit“ imWünschen ermöglicht uns erst unsere wissenschaftlicheNeugierde und Strenge — diese unsere Art Tugend . . .