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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Grund hatten, im Verborgenen zu bleiben, brachen wiewilde Hunde heraus, die brutalsten Bedürfnisse bekamenmit Einem Male den Muth zu sich, Alles schien gerecht-fertigt . . . Man hütete sich zu begreifen, welche Frei-heit man im Grunde gemeint hatte, man schloss dieAugen vor sich . . . Aber dass man die Augen zu-machte und die Lippen mit schwärmerischen Redennetzte, hinderte nicht, dass die Hände Zugriffen, wo Et-was zu greifen war, dass der Bauch der Gott des „freienEvangeliums“ wurde, dass alle Rache- und Neid-Gelüstesich in unersättlicher Wuth befriedigten . . .

Dies dauerte eine Weile: dann kam die Erschöpfung,ganz so wie sie im Süden Europa’s gekommen war;und auch hier wieder eine gemeine Art Erschöpfung,ein allgemeines ruere in servitium ... Es kam das un-anständige Jahrhundert Deutschlands . . .

2 6 .

Die drei Jahrhunderte.

Ihre verschiedene Sensibilität drückt sich ambesten so aus:

Aristokratismus: Descartes, Herrschaft der Ver-nunft, Zeugniss von der Souveränetät desWillens;

Femininismus: Rousseau, Herrschaft des Gefühls,Zeugniss von der Souveränetät der Sinne, ver-logen;

Animalismus: Schopenhauer, Herrschaft der Be-gierde, Zeugniss von der Souveränetät derAnimalität, redlicher, aber düster.

Das siebzehnte Jahrhundert ist aristokratisch, ord-nend, hochmütliig gegen das Animalische, streng gegen