der Hinblick auf ein solches ödes nutzloses Sein wirkeauf einen Philosophen unbefriedigend, öde, verzweifelt.Eine solche Einsicht widerspricht unsrer feineren Sensi-bilität als Philosophen. Es läuft auf die absurdeWerthung hinaus: der Charakter des Daseins müsstedem Philosophen Vergnügen machen, wenn anderses zu Recht bestehen soll . . .
Nun ist leicht zu begreifen, dass Vergnügen undUnlust innerhalb des Geschehens nur den Sinn vonMitteln haben können: es bliebe übrig zu fragen, ob wirden „Sinn“, „Zweck“ überhaupt sehen könnten, obnicht die Frage der Sinnlosigkeit oder ihres Gegentheilsfür uns unlösbar ist. —
18.
Zur Geschichte des europäischen Nihilismus.
Die Periode der Unklarheit, der Tentativen allerArt, das Alte zu conserviren und das Neue nicht fahrenzu lassen.
Die Periode der Klarheit: man begreift, dassAltes und Neues Grundgegensätze sind: die alten Wertheaus dem niedergehenden, die neuen aus dem aufsteigen-den Leben geboren —, dass alle alten Ideale lebens-feindliche Ideale sind (aus der decadence geboren unddie decadence bestimmend, wie sehr auch im pracht-vollen Sonntags - Aufputz der Moral). Wir verstehendas Alte und sind lange nicht stark genug zu einemNeuen.
Die Periode der drei grossen Affecte: derVerachtung, des Mitleids, der Zerstörung.
Die Periode der Katastrophe: die Heraufkunfteiner Lehre, welche die Menschen aus siebt . . . welche
Ni etzsche, Werke II. Abtlieilung. Wille zur Macht. 5