Denn hier wird in beiden Fällen kein anderer letzterSinn gesetzt, als die Lust- oder Unlust-Erscheinung.
Aber so redet eine Art Mensch, die es nicht mehrwagt, einen Willen, eine Absicht, einen Sinn zu setzen:— für jede gesündere Art Mensch misst sich der Werthdes Lebens schlechterdings nicht am Maasse dieser Neben-sachen. Und ein Übergewicht von Leid wäre möglichund trotzdem ein mächtiger Wille, ein Ja-sagen zumLeben, ein Nöthig-haben dieses Übergewichts.
„Das Leben lohnt sich nicht“; „Resignation“; „warumsind die Thränen?“ — eine schwächliche und sentimentaleDenkweise. ,, Un monstre gai vaut mieux qit’tm senti-mental ennuyeux.“
Der Pessimi smus der Thatkräfti.gen: das „Wo-zu?“ nach einem furchtbaren Ringen, selbst Siegen. Dassirgend Etwas hundert Mal wichtiger ist, als die Frage,ob wir uns wohl oder schlecht befinden: Grundinstinctaller starken Naturen, — und folglich auch, ob sich dieAnderen gut oder schlecht befinden. Kurz, dass wirein Ziel haben, um dessentwillen man nicht zögert,Menschenopfer zu bringen, jede Gefahr zu laufen,jedes Schlimme und Schlimmste auf sich zu nehmen: diegrosse Leidenschaft. Das „Subject“ ist ja nur eineFiction; es giebt das ego gar nicht, von dem geredetwird, wenn man den Egoismus tadelt.
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Der philosophische Nihilist ist der Überzeugung, dassalles Geschehen sinnlos und umsonstig ist; und es solltekein sinnloses und umsonstiges Sein geben. Aber woherdieses: Es sollte nicht? Aber woher nimmt man diesen„Sinn“, dieses Maass? — Der Nihilist meint im Grunde,