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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
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Nun hat die Moral das Leben vor der Verzweiflungund dem Sprung in’s Nichts bei solchen Menschen und'Ständen geschützt, welche von Menschen verge walt-thätigt und niedergedrückt wurden: denn die Ohnmacht!'gegen Menschen, nicht die Ohnmacht gegen die Natur,■erzeugt die desperateste Verbitterung gegen das Dasein, jDie Moral hat die Gewalthaber, die Gewaltthätigen, die„Herren“ überhaupt als die Feinde behandelt, gegen welcheder gemeine Mann geschützt, das heisst zunächst er-muthigt, gestärkt werden muss. Die Moral hat folg-lich am tiefsten hassen und verachten gelehrt, wasder Grundcharakterzug der Herrschenden ist: ihr Willezur Macht. Diese Moral abschaffen, leugnen, zersetzen:das wäre den bestgehassten Trieb mit einer umgekehrtenEmpfindung und Werthung ansehen. Wenn der Leidende,Unterdrückte den Glauben verlöre, ein Recht zuseiner Verachtung des Willens zur Macht zu haben, soträte er in das Stadium der hoffnungslosen Desperation.Dies wäre der Fall, wenn dieser Zug dem Leben essentiellwäre, wenn sich ergäbe, dass selbst in jenem Willen zurMoral nur dieser „Wille zur Macht“ verkappt sei, dassauch jenes Hassen und Verachten noch ein Machtwilleist. Der Unterdrückte sähe ein, dass er mit dem Unter-drücker auf gleichem Boden steht und dass er keinVorrecht, keinen höheren Rang vor Jenem habe.

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Vielmehr umgekehrt! Es giebt Nichts am Leben,was Werth hat, ausser dem Grade der Macht — gesetzteben, dass Leben selbst der Wille zur Macht ist. DieMoral behütete die Schlechtweggekommenen vorNihilismus, indem sie Jedem einen unendlichen Werth,einen metaphysischen Werth beimass und in eine Ord-