Immoralität der Natur, an die Zweck- und Sinnlosigkeitder psychologisch - nothwendige Affect, wenn derGlaube an Gott und eine essentiell moralische Ordnungnicht mehr zu halten ist. Der Nihilismus erscheint jetzt,nicht weil die Unlust am Dasein grösser wäre als früher,sondern weil man überhaupt gegen einen „Sinn“ imÜbel, ja im Dasein misstrauisch geworden ist. EineInterpretation gieng zu Grunde: weil sie aber als dieInterpretation galt, erscheint es, als ob es gar keinenSinn im Dasein gäbe, als ob Alles umsonst sei.
db
Dass dies „Umsonst!“ der Charakter unseres gegen-wärtigen Nihilismus ist, bleibt nachzuweisen. Das Miss-trauen gegen unsere früheren Werthschätzungen steigertsich bis zur Frage: „sind nicht alle ,Werthe‘ Lockmittel,mit denen die Komödie sich in die Länge zieht, aberdurchaus nicht einer Lösung näher kommt?“ Die Dauer,mit einem „Umsonst“, ohne Ziel und Zweck, ist derlähmendste Gedanke, namentlich noch wenn man be-greift, dass man gefoppt wird und doch ohne Machtist, sich nicht foppen zu lassen.
db
Denken wir diesen Gedanken in seiner furchtbarstenForm: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel,aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale in’sNichts: „die ewige Wiederkehr“.
Das ist die extremste Form des Nihilismus: dasNichts (das „Sinnlose“) ewig!
Europäische Form des Buddhismus: Energie desWissens und der Kraft zwingt zu einem solchen Glauben.Es ist die wissenschaftlichste aller möglichen Hypo-