Process selbst erreicht werden soll: — und nun be-greift man, dass mit dem Werden Nichts erzielt,Nichts erreicht wird . . . Also die Enttäuschung übereinen angeblichen Zweck des Werdens als Ursache desNihilismus: sei es in Hinsicht auf einen ganz bestimmtenZweck, sei es, verallgemeinert, die Einsicht in das Un-zureichende aller bisherigen Zweck-Hypothesen, die dieganze „Entwicklung“ betreffen (— der Mensch nichtsmehr Mitarbeiter, geschweige der Mittelpunkt desWerdens).
.Der Nihilismus als psychologischer Zustand trittzweitens ein, wenn man eine Ganzheit, eine Syste-matisirung, selbst eine Organisirung in allem Ge-schehen und unter allem Geschehen an gesetzt hat: so-dass in der Gesammtvorstellung einer höchsten Herr-schafts- und Verwaltungsform die nach Bewunderungund Verehrung durstige Seele schwelgt (— ist es dieSeele eines Logikers, so genügt schon die absoluteFolgerichtigkeit und Realdialektik, um mit Allem zu ver-söhnen . . . ). Eine Art Einheit, irgend eine Form des„Monismus“: und in Folge dieses Glaubens der Menschin tiefem Zusammenhangs- und Abhängigkeitsgefühl voneinem ihm unendlich überlegenen Ganzen, ein modusder Gottheit . . . „Das Wohl des Allgemeinen fordertdie Hingabe des Einzelnen“ . . . aber siehe da, es giebtkein solches Allgemeines! Im Grunde hat der Menschden Glauben an seinen Werth verloren, wenn durch ihnnicht ein unendlich werthvolles Ganzes wirkt: d. h. er hatein solches Ganzes concipirt, um an seinen Werthglauben zu können.
Der Nihilismus als psychologischer Zustand hat nocheine dritte und letzte Form. Diese zwei Einsichtengegeben, dass mit dem Werden Nichts erzielt werdensoll und dass unter allem Werden keine grosse Einheit