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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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da Nietzsche damals beabsichtigt zu haben scheint diesenGedanken hauptsächlich in poetischer Form auszuführen.Wir zogen es deshalb vor, die wenigen vorhandenenAphorismen darüber nicht. zu trennen, sondern sie hierzusammen zu bringen.

Im Allgemeinen wird sich dem Leser die Über-zeugung aufdrängen, dass Nietzsche in dem grossen, vierBände umfassenden Werke die zwei ersten Bände mehrnegativer und die zwei letzten möglichst positiver Naturgestalten wollte; aber natürlich war das nicht streng zuscheiden, weil es oft in den Problemen selbst liegt, dasssie zu gleicher Zeit von der negativen und positivenSeite untersucht werden müssen. Wenn z. B. Nietzschedie Bejahung und Verstärkung des reichen Lebens lehrt,so ist er natürlich gezwungen, die Ideale des verarmtenLebens zugleich auf ihren Werth zu prüfen und vombiologischen Standpunkte aus ihre Verbindlichkeit fürdie höheren Typen abzulehnen.

Die Arbeit, die hinter uns liegt, war ausserordent-lich schwierig, und Sorgen haben uns dabei oft bedrückt.Aber immer wieder wurden wir gestärkt durch die Em-pfindungen der höchsten Erhebung! Während wir denrichtigen Sinn der Entzifferungen herausfanden und sieeinordneten, kamen wir uns wie Schatzgräber vor, dieeine Kostbarkeit nach der andern aus der Tiefe holen,mit ehrfürchtiger Scheu neben einander legen und nunnicht auf hören können, über ihre Schönheit und ihrenWerth zu erstaunen. Sind doch diese Probleme, diewir in den Aufzeichnungen gefunden haben, diehöchsten der Menschheit! Die Antworten, die Nietzschedarauf giebt, haben welthistorische Bedeutung und sind

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