XVIII
genug sind, — sei es, dass die decadence noch zögertund ihre Hülfsmittel noch nicht erfunden hat.“
Beim aufmerksamen Lesen findet man überhaupt dieLösung jener Räthsel, die Einem zuvörderst unbegreif-lich und unvereinbar mit anderen Behauptungen er-scheinen.
Beim II. Buche, „Kritik der höchsten Werthe“,darf man nicht vergessen, dass das erste Capitel „Religionals Ausdruck der decadence“ nur die von Nietzschenicht im „Antichrist“ verwendeten Aufzeichnungen ent-hält. Aber an deren GesammtCharakter erkennt mandeutlich, dass diese Untersuchungen über Religion undChristenthum ursprünglich in einem viel ruhigeren Tongeplant waren und dass erst die im Herbst 1888 durchden Gebrauch der Schlafmittel erregte Stimmung Nietzscheveranlasst hat, in einem gereizteren Tone zu schreiben.
Im III. Buche, „Princip einer neuen Werthsetzung“,vermisst man wohl am schmerzlichsten die weiterenAusführungen des zweiten, dritten und vierten Capitels.Nietzsche zeigt uns nur wie auf einer hohen Warteweite Ausblicke auf herrliche Ziele, aber er führt unsnicht selbst dahin.
Das IV. Buch, „Zucht und Züchtung“, lässt unsdas Zukunftsbild, das Nietzsche vorschwebte, deutlicherkennen; seine Stimmung ist am einheitlichsten, ob-gleich sich darin gerade mehrere Aufzeichnungen ausden früheren Jahren 84—86 befinden, während der übrigeInhalt dieses Bandes aus der Zeit von Ende Sommer 86bis dahin 88 stammt. Es giebt nämlich in dem gesammtenManuscript-Material der Jahre 1883 — 88 nur wenigeAufzeichnungen in Prosa über die Ewige Wiederkunft,