dazu geeignet der künftigen Menschheit neue Bahnen derGrösse zu zeigen.
Aber bei alledem konnten wir das Gefühl einertiefen Trauer nicht unterdrücken. Man stelle sich vor,dass Nietzsches Meisterhand selbst diesen ungeheurenStoff mit all der logischen Folgerichtigkeit wie z. B. inder „Genealogie der Moral“ ausgearbeitet und mit demGlanze seines unerreichbaren Stiles verklärt hätte —•welches Werk stünde jetzt vor uns! Und was unsereTrauer noch erhöht, ist, dass wir durch seine persön-lichen Aufzeichnungen wissen, wie er sich die Aus-führung seines philosophisch - theoretischen Hauptwerkesgedacht hat.
Nicht ohne tiefe Bewegung kann man die nach-folgende Niederschrift lesen, in welcher Nietzsche sichselbst eine Richtschnur aufstellt, nach welcher er diesHauptwerk zu gestalten gedenkt. Er kleidet die Vor-schriften zunächst in die Form eines allgemeinen Apho-rismus und schreibt darüber: „Das vollkommene Buch“.Aber je weiter er in der Aufzeichnung dieser Vorschriftenkommt, desto mehr sieht man: es ist sein eigenes Buch,was er meint, und zwar sein Hauptwerk, das in um-fassendster Weise seine Philosophie darstellen soll. Erschreibt im Herbst 1887:
„Das vollkommene Buch. Zu erwägen:
1) Die Form, der Stil. — Ein idealer Monolog.Alles Gelehrtenhafte aufgesaugt in die Tiefe. — AlleAccente der tiefen Leidenschaft, Sorge, auch der Schwä-chen, Milderungen, Sonnenstellen, — das kurze Glück,die sublime Heiterkeit. — Überwindung der Demon-stration; absolut persönlich. Kein „ich“ ... — Eine