XVII
nur schwer in den früheren Hauptplan ein, dessen Auf-zeichnungen zum grösseren Theil nicht die letzte Feilevon des Autors Hand erhalten haben. Es giebt alsoin unserer Veröffentlichung manche Lücke und nichtnur, weil wir jene von Nietzsche zur letzten Vollendunggebrachten Abschnitte aus dem „Fall Wagner“, der„Götzendämmerung“ und dem „Antichrist“ nicht mitaufgenommen haben, sondern weil überhaupt einigeTheile nicht vorhanden sind. Z. B. fehlt im II. Buche imdritten Capitel die ganze Kritik der modernen decadence-Philosophie, die offenbar von dem Autor zu geben be-absichtigt war. Wir beklagen es ausserordentlich, könnenaber nicht einmal bestimmt behaupten, dass das Manu-script dazu niemals geschrieben sei. Es ist möglich, dassdiese Aufzeichnungen durch einen unglücklichen Zufallgleich nach der Erkrankung Nietzsche’s verschwundenund entwendet worden sind, — damals wo sich Keinerder dazu Beauftragten ernstlich um die hinterlassenenPapiere des Erkrankten gekümmert hat.
So hat nun jedes dieser vier Bücher seine Unvoll-kommenheit, die den Inhalt oder die Zusammenstellungbetrifft. Vielleicht empfindet man dies am stärksten imI. Buch, wo zwei Hauptgedanken Nietzsche’s, derNihilismus und die decadence, nicht in einander verwobensind. Die Stellung, die diese beiden Ideen zu einandereinnehmen, begreift man noch am leichtesten durchNietzsche’s eigene Bemerkung auf der zwölften Seite:
„Der Nihilismus stellt einen pathologischen Zwischen -zustand dar (— pathologisch ist die ungeheure Verall-gemeinerung, der Schluss auf gar keinen Sinn —):sei es, dass die productiven Kräfte noch nicht stark
ii