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würden Plato mit seiner pia fraus verurtheilen, Kantwegen der Ableitung seines kategorischen Imperativs,während der Glaube ihm sicher nicht auf diesem Wegegekommen ist.
— Endlich wendet sich der Zweifel auch gegen sichselber: Zweifel am Zweifel. Und die Frage nach derBerechtigung der Wahrhaftigkeit und ihrem Umfangesteht da —
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Ich unterscheide, unter den höheren Menschen so-wohl wie unter Völkern, solche, welche die Welt rund,ganz und fest haben wollen — gross vielleicht, sehrgross, aber ganz und gar nicht „unendlich“ —, und solche,welche die Wolken lieben: weil Wolken verhüllen, weilWolken „ahnen“ lassen. Zu letzteren gehören, unter denVölkern, die Deutschen; und deshalb ist es für einenDenker entgegengesetzten Sinnes nicht rathsam, sichunter ihnen seine Hütte zu bauen. Die Luft ist ihm dazu wolkig. Die deutsche „Einfalt“, den deutschen Glaubenan den „reinen Thoren“: er übersetzt sich das immerin’s Französische und nennt es la niaiserie allemande.Das deutsche „Gemüth“: er versteht darunter wörtlich,was Goethe darunter verstand, „Nachsicht mit fremdenund eignen Schwächen“. Der deutsche Ungeschmack:er findet ihn haarsträubend, — ich zeigte schon einmalbei Gelegenheit eines altersschwachen Buches von Straussmit den Fingern darauf hin. Vom Auslande aus ge-sehen, darf man zweifeln, ob Deutschland jetzt zehnMänner aufzuweisen hat, welche in Fragen der littera-rischen Form urtheilsfähig sind und Tiefe haben. Tiefenämlich ist nöthig, um die zarten Bedürfnisse nach Form