340
haben Besseres zu thun, als zu denken. Die „grossePolitik“ verschlingt allen Ernst für wirklich grosseDinge. Die Zahl der Fragezeichen verkürzt sich von Jahrzu Jahr. Die Deutschen werden langweilig: sie sind’svielleicht schon: ihre Gefahr ist, in dem Grade geistiganspruchslos zu werden, dass man sie endlich auch nichtmehr anspricht.
845 -
Ein Volk, welches sich der Intelligenz eines Lutherunterordnet!
846.
Man muss schon bis zum letzten Wagner und seinen„Bayreuther Blättern“ hinuntersteigen, um einem ähn-lichen Sumpf von Anmaassung, Unklarheit und Deutsch-thümelei zu begegnen, wie es die „Reden an die deutscheNation“ sind.
847.
Wie haben wir in fünfzig Jahren umgelernt! Dieganze Romantik mit ihrem Glauben an das „Volk“ istwiderlegt! Keine Homerische Dichtung als Volks-Poesie!Keine Vergötterung der grossen Naturmächte! KeinSchluss aus Sprach-Verwandtschaft auf Rassen-Verwandt-schaft! Keine „intellectuelle Anschauung“ des Über-sinnlichen! Keine in der Religion verschleierte Wahrheit!
Das Problem der Wahrhaftigkeit ist ganz neu.Ich bin erstaunt. Wir betrachten solche Naturen wieBismarck als schuldig hierin aus Fahrlässigkeit, solchewie Richard Wagner aus Mangel an Bescheidenheit; wir