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13 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 5 (1903) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
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mehr in die Kirche gehn), ebenso, und nicht infolgegrosserTugend,Redlichkeit u. s. w., geht Einem dieFalschmünzerei der religiösen Interpretation aller Erleb-nisse gegen den Geschmack.

770.

Dass in den Folgen der Handlungen schon Lohnund Strafe liegen dieser Gedanke einer immanentenGerechtigkeit ist grundfalsch. Übrigens steht er imWiderspruch mit der Vorstellung einerHeils-Ordnungin den Erlebnissen und Folgen: wonach schlimme Dingealler Art als besondere Gunstbezeigungen eines Gottes,der unser Bestes will, aufzufassen sind. Warum Leidauf eine Übelthat folgen soll, ist an sich nicht begreif-lich: in praxi läuft es sogar darauf hinaus, dass auf eineÜbelthat eine Übelthat folgen solle. Dass Einer, deranders ist als wir, es schlecht haben müsse, ist ein Ge-danke der Vertheidigung, eine Nothwehr der herrschendenKaste, ein Mittel der Züchtung, aber nichts besondersEdles. Alle möglichen solchen Vorstellungen überimmanente Gerechtigkeit,Heilsordnung, ausgleichendetranscendente Gerechtigkeit gehn jetzt in jedem Kopfeherum, sie bilden das Chaos der modernen Seele mit.

771.

Unter Denen, welche sich von der Religion losgelösthaben, finde ich Menschen von vielerlei Art und Rang.Da sind die Unenthaltsamen, welche sich von ihren Sinnenhaben überreden lassen (weil ihre Sinne den Zwang undVorwurf des religiösen Ideals nicht mehr ertrugen) unddie sich der Vernunft und des Geschmacks als ihrer Für-