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Hunger heisst, ist überhaupt kein Trieb und kein Zustandder Empfindung: es ist ein chemischer Zustand, in demdie Affinität zu andern Dingen vielleicht grösser ist.
Wie armselig steht es mit unserer Einsicht in allesWirkliche, wenn wir an Lust und Unlust als die einzigeSprache desselben gebunden sind!
„Trieb“ ist nur eine Übersetzung in die Sprache desGefühls aus dem Nichtfühlenden.
„Wille“: das ist Das, was in Folge jenes Vorgangsunserm Gefühle sich mittheilt, — also bereits eine Wir-kung, und nicht der Anfang und die Ursache.
Unser Sprechen ist ein Mischmasch zweierSphären.
„Zweck und Mittel“ — ist nur aus der Sprache desGefühls genommen.
Also sämmtliche Functionen gehen ihren Gang:aber wie wenig merken wir davon! — Und doch meinenwir, mit „Zwecken“, mit Glückseligkeits-Streben unserHandeln zu erklären!
612.
Die Vorstellung eines freudigen nützlichen Re-sultates der Handlung wirkt freudig, anregend, das Blutströmt lebhafter. Insofern hat der Zweck einer Thätig-keit noch eine anregende, lusterregende Kraft währenddes Handelns.
Also: die Thätigkeit des Triebes ist mit Lust ver-knüpft. Das Ziel der Thätigkeit wird vorgestellt undwirkt ebenfalls Lust, auch Vermehrung der Thätigkeit(das Ziel ist die Thätigkeit eines andern Triebes).