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13 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 5 (1903) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
Seite
98
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9 S

232.

Darüber giebt es heute keine wesentliche Verschieden-heit des Urtheils, was gut und was böse ist. Man fragt nur,warum giebt es keine wesentliche Verschiedenheit? Dasses so und so ist, daran zweifelt 'man nicht. Sokratesfragtwarum?, aber auch er zweifelt nicht und esgehörte bisher zur Eitelkeit des Menschen, dass er wisse,warum er etwas thue, dass er auf bewusste Motivehandle. Von Plato an glaubte Jeder, es genüge,gut,gerecht u. s. w. zu definiren, da wisse mans, undnun müsse man darnach handeln.

233 -

Heil dir, so du weisst, was du thust. Doch weisstdu es nicht, so bist du unter dem Gesetze und unterdes Gesetzes Fluch.

Jesus von Nazareth.

234 -

Voraussetzung der absoluten Moral:meine Werth-schätzung die endgültige! Machtgefühl!

235 .

Das Unglück in der grossen Hypokrisie aller altenMoral-Philosophen. Sie übten die Phantasie der Menschendarauf ein, von einander Tugend und Macht zu trennen.Macht erscheint als Anspruch auf Glück, das istnoch antik daran, Nachklang der aristokratischen Grund-form. Von Sokrates an wird trotzdem die ager-q falschverstanden, sie musste sich immer wieder erst be-